Reisebericht Lanzarote im September 2008

Aufgrund der Anschläge in der Türkei, haben meine Freundin Jeanette und ich uns entschieden unseren diesjährigen Urlaub umzubuchen. Wir sind relativ schnell fündig geworden und haben uns für die Kanareninsel Lanzarote entschieden. Wir haben im Voraus einige positive und negative Erzählungen gehört. Die einen waren total begeistert von dieser Vulkaninsel, die anderen fanden es langweilig und öde und würden es nicht empfehlen. Wir wollten uns jedoch selbst eine Meinung darüber bilden. Eine Woche vor Reiseantritt haben wir im Internet einen Mietwagen für zwei Tage gebucht, an denen wir die Insel auf eigene Faust erkunden wollten. Da die Insel nur 58 km lang und 34 km breit ist, war dies völlig ausreichend.

Am 13. September ging´s mit dem Flieger von Stuttgart auf Lanzarote. Nach rund 4 Stunden Flugzeit sind wir in der Hauptstadt Arrecife gelandet. Von dort aus wurden mit dem Bus zu unserem Hotel Calimera Playa Planca gefahren. Uns hat während der gut halbstündigen Busfahrt die Landschaft bereits total faziniert. Schwarzes Vulkangestein, Palmen, Kakteen und die typischen weißen Häuschen mit den blauen oder grünen Fensterläden. Ein wirklich toller und sehenswerter Kontrast. Am Hotel angekommen, wurde kurz eingecheckt und die Koffer auf´s Zimmer getragen. Die Zimmer waren groß und geräumig, ausgestattet mit Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad und Balkon. Der Safe (empfehlen wir) kostete für 2 Wochen € 30,-. Badetücher konnte man gegen 15,- € Kaution an der Rezeption abholen. Mit einem Hotelplan ausgestattet haben wir zuerst einmal die Gegend erkundet und uns die wichtigsten Plätze, wie Essensraum, Strand, Bars, etc. angeschaut. Das Hotel verfügt über 1 Essensraum (es gab auch Möglichkeiten draussen zu essen), 2 Bars (Poolbar und Palapa Bar), einer Discotek, einem Hartplatz zum Tennisspielen, einem Beach-Volleyballplatz, sowie einem Fußballplatz (allerdings Steinboden). Der eigene Strandabschnitt war mit hoteleigenen Liegen (kostenlos) besetzt. Unser Hotel war eines der wenigen an der Playa Blanca die über einen eigenen Strand verfügen. Alles in allem ist es eine überschaubare Anlage.


Wir haben All-Inclusive-Verpflegung gebucht und diese auch voll ausgenutzt. Das Frühstücksbüffet war ganz ok, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Mittags gab es meist verschiedene Fleisch und Fischsorten, Reis, Pommes, sowie Salat- und Käsebuffet. Zum Nachtisch wurden diverse Kuchen angeboten, Obst und Eis (sehr empfehlenswert) mit verschiedenen Soßen. Das Abendbuffet fand ab und zu unter verschiedenen Mottos statt, von chinesisch über italienisch bis hin zum landestypischen spanischen Essen. Besonders hervorzuheben gilt es die kleinen Pellkartoffeln (papas arrugadas) mit den typischen Soßen mojo rojo und mojo verde. Extrem lecker, aber die Knoblauchfahne danach ist garantiert. Macht aber nichts, denn da riecht jeder nach Knoblauch. Die Getränkeauswahl ist mehr als ausreichend, Cola, Fanta, Sprite, Bier, Wein, Cocktails, für jeden etwas dabei. Dieses Hotel hat zwar „nur“ 3 Sterne, aber dafür war die Qualität der Speisen und Getränke wirklich gut.
Lanzarote
Lanzarote


Lanzarote

Nach 3 Strandtagen mit Faulenzen, ein bißchen Sport, Spaziergängen an der Playa Blanca entlang, stand nun unser Trip mit dem Mietwagen an. Wir wurden am Hotel abgeholt und zur Mietwagen-Niederlassung gebracht. Dort musste der übliche Schreibkram erledigt werden. Dann ging´s los, ausgerüstet mit einer kleinen Landkarte sind wir in´s Abenteuer „Lanzarote auf eigene Faust erkunden“ gestartet. Als erstes sind wir nach Puerto del Carmen aufgebrochen und haben uns dort ein bisschen umgesehen, am Strand entlang gelaufen. Uns hat es persönlich nicht so gut gefallen, da es ziemlich gestunken hat und wir fanden das doch recht unangenehm. Anschliessend sind wir in die Hauptstadt von Lanzarote, Arrecife gefahren und haben dort eine Ewigkeit einen Parkplatz gesucht. Irgendwann haben wir den auch gefunden und haben uns zu Fuß auf den Weg gemacht und die Stadt erkundet. Nach etlichen Kilometer und zig geschossenen Fotos sind wir dann in ein kleines Straßenlokal gesessen und haben uns mit einer kleinen Erfrischung und einem Snack gestärkt. Da wir zur Siestazeit in Arrecife waren konnten wir leider nicht so ausgiebig shoppen wie sonst. Nach gut 2 ½ Stunden Aufenhalt haben wir uns auf den Rückweg zu unserem Auto begeben. Dort haben wir dann die kleine Landkarte studiert und uns überlegt was wir als nächstes anschauen. Wir haben uns dann auf den Weg nach Tahíche gemacht um uns das Haus des berühmten Architekten, Malers und Bildhauers César Manrique anzuschauen. Von Erzählungen her waren wir bereits fasziniert, aber als wir davorstanden waren wir absolut begeistert. Sowas haben wir noch nie gesehen. Ein Mann (verstarb am 25. September 1992) der es fertigbrachte ein Haus in 5 Vulkanblasen zu bauen. Natur und Kunst wurden dort in einer einzigarten Weise miteinander verbunden. Einfach grandios. Was uns besonders fasziniert hat war der Kontrast zwischen weissen Wänden und dem schwarzen Vulkangestein. Überall sind Kakteen zu finden, in allen Grössen und Facetten. Auch die Einrichtung Manriques lässt keine Wünsche offen. Das ehemalige Atelier Manriques wird auch dafür genutzt, dass Künstler dieser Zeit ihre Werke dort präsentieren können. Hätte ich entsprechend Platz zu Hause gehabt hätte mir dass ein oder andere Werk auch zugesagt. Letzenendes scheiterte es am Platz und am Preis. Nach dem Rundgang haben wir nochmals alles auf uns wirken lassen und haben uns wieder zu unserem Auto begeben. Unsere Erkundungstour führte uns weiter über San Bartolomé nach La Geria. Letzeres ist ein Weinbaugebiet von geometrischer Harmonie und Schönheit. Charakteristisch für dieses Gebiet sind die unzähligen schwarzen Vulkantrichter mit nur je einem Rebstock. Unvorstellbar dass dort etwas wachsen kann, aber es ist tatsächlich so. Wir waren davon total faziniert und haben unzählige Fotos geschossen. Da wir nun schon den ganzen Tag unterwegs waren und so langsam Hunger bekommen haben, sind wir wieder zu unseren Hotel zurück gefahren um noch rechtzeitig zum Abend essen zu kommen.

Am nächsten Tag sind wir früher als sonst zum Frühstück gegangen um den Tag mit Mietwagen nochmals voll auszunutzen. Unsere erste Station war diesmal der Parcque Nacional de Timanfaya mit seinen Feuerbergen (Montanas del Fuego). Schon die Anfahrt dorthin ist sehenswert und bizarr, überall das schwaze Lavagestein und man fährt mitten hindurch. Nach einiger Zeit muss man links abbiegen und kommt an ein Häuschen, dort löst man die Eintrittskarte für den Parkplatz und die Busfahrt durch die Feuerberge. Nach erfolgreicher Parkplatzsuche haben wir uns zum Bus aufgemacht. Die Busfahrt ist allerdings nichts für einen schwachen Magen. Es ist alles ziemlich kurvenreich und steil, habe mich ehrlich gesagt manchmal gefragt wie man freiweilig eine solchen Stecke mit dem Bus fahren kann. Es wäre ja mit Auto schon eine Herausforderung, aber mit einem Bus! No Way!

Die Feuerberge sind bei der letzten Eruption auf Lanzarote (1730-36) entstanden. Im Umkreis von wenigen Kilometern zählt man hier 25 Krater und über 100 Vulkankegel. Manchmal hat man das Gefühl als würde die dunkle Landschaft einen verschlucken. Ein absolutes Muss für jeden Lanzarote-Urlauber. Als nächstes sind wir zum beliebten Surferstrand „Playa de Famara“ aufgebrochen. Er ist einer der längsten und windigsten Strände auf Lanzarote. Ein Paradies für Wellenreiter und Surfer. Der Wind weht dort aus nordwestlicher Richtung und bläst ganz ordentlich. Uns wurde dort recht kühl und allzu lange Zeit zum Ausruhen hatten wir ohnehin nicht. An der nördlichen Inselspitze liegt der Mirador del Rio – unser nächstes Highlight. Der Weg zum höchsten Punkt ist auf den engen Strassen ein echtes Abenteuer. Wir haben zig mal angehalten und immer wieder Fotos geschossen, türkisblaues Meer, dunkler Sandstrand (super Kontrast) und einen Blick auf die Insel La Graciosa. Einfach nur schön.

Lanzarote
Lanzarote


Lanzarote

Vom Mirador del Rio aus sind wird dann weitergefahren in das schöne Fischerdörfchen Òrzola. Dort sind wir ein bisschen Spazieren gelaufen und haben den überschaubaren Ort erkundet. Es gibt dort unzählige Restaurants die leckere Fischgerichte anbieten. Von Òrzola aus hat man die Möglichkeit mit einem der Fährschiffe zur kleinen Insel La Graciosa (die Insel die man vom Mirador del Rio aus sieht) überzusetzen. Es gibt sogar unter den Einheimischen dass Gerücht, dass es dort anscheinend unzählige Haie gäbe. Ob es stimmt kann ich nicht beantworten, jedenfalls wollte ich nicht über Bord gehen und es auf einen Versuch ankommen lassen. Weiter ging es mit dem Auto die gesamte Nordküste entlang, mit Zwischenstopps zum Fotos schiessen, in Richtung Guatiza. Kurz vor dem Ort befindet sich der „Jardìn de Cactus“ (Kakteengarten), dieser wurde im Jahre 1989 eröffnet und war das letzte touristische Werk César Manriques. In diesem aufgelassenen Steinbruch von 5000 Quadratmetern, tummeln sich über 10000 Kakteenarten in vielerlei Formen. Dieser Garten ist nicht nur für Kakteenliebhaber interessant. Wir waren echt faziniert und haben natürlich auch alles mit unseren Digicams festgehalten! Manche Kakteen waren so hoch gewachsen, da kam man sich vor wie ein Zwerg. Der Kakteengarten war das letzte Highligt unserer „Lanzarote auf eigene Faust entdecken“-Tour und wir haben uns zum Hotel zurück begeben. Den Autoschlüssel sowie alle Papiere haben wir an der Rezeption abgegeben, die Mietwagenfirma holt dann alles am Hotel ab. In der zweiten Woche haben wir neben relaxen auch noch einen Nordic Walking Kurs besucht, welcher wirklich richtig Spaß gemacht hat. Unsere Lehrer kamen aus der Nähe von Karlsruhe und waren beim Thema Sport echt fit. Es hat richtig Spaß gemacht in der Gruppe an der Playa Blanca entlang zu walken. Es ist äußerst empfehlenwert einen Kurs zu besuchen, den man kann sehr viele Dinge falsch machen. Richtung Ende des Urlaubs haben wir noch einen Spaziergang in den Ort Playa Blanca gemacht um dort noch ein paar Souvenirs zu erstehen. Wir haben uns reichtlich mit Magnetketten eingedeckt, die waren zu der Zeit der absolute Schrei auf der Insel. Handeln empfiehlt sich aber auch hier. Die restliche Zeit haben wir es uns gut gehen lassen, ordentlich Party gemacht mit einem Pärchen aus England. Ein richtig toller Mädels-Urlaub!
Kurz noch ein paar Worte zur Animation. Sie ist komplett deutsch-sprachig. Wie überall wird Fußball, Dart, Shuffleboard, Volleyball, Pool-Spiele, Sundowner-Quiz, etc angeboten. Die Abendshows fanden wir wirklich richtig klasse, von Musical bis Fun war alles dabei. Großes Lob, war alles wirklich spitze. Besonders gefallen hat mir die Show Michael Flatley´s „Lord of the Dance“. 
Fazit nach 2 Wochen Lanzarote:

Das Hotel würde ich weiterempfehlen, da die Qualität des Essen und Trinkens für ein 3-Sterne Hotel wirklich in Ordnung war. Bei den Zimmern gibt es ein paar Minuspunkte, eine Klimaanlage gab es nicht, lediglich Ventilatoren, die nichts bringen, es herrschte eine Stechmückenplage, die man nur mit Chemie bekämpfen konnte und die Säuberung der Zimmer könnte besser sein. Der Sockentest hat es bewiesen, dass der Boden ziemlich staubig und dreckig war, auch nachdem die Putzfrau da war. Die Erkundung der Insel mit dem Mietwagen ist problemlos, lediglich die ganzen Kreisverkehre sind anfangs gewöhnungsbedürftig. Es ist alles übersichtlich und man findet sich gut zurecht! 2 Tage maximal 3 sind für diese Insel ausreichend. Irgendwann einmal werde ich sicher nochmal wiederkommen auf die schwarze Insel der Kanaren. Dieses Jahr ist leider keine Flugreise geplant, es geht nach Österreich und nach Bad Segeberg zu den Winnetou-Festspielen, aber dazu mehr in meinem nächsten Reisebericht!

Simone Strobel